Menschen möchten sich von Natur aus sicher fühlen und scheuen das Risiko. Darum hat immer noch der größte Teil sein Geld auf einem Tagesgeldkonto deponiert, anstatt zum Beispiel in Fonds zu investieren. Doch warum ist das so?

Abschließen und Null Risiko

Wenn wir Entscheidungen treffen, egal ob es nun um Geldanlage oder andere Dinge geht, hat Sicherheit oberste Priorität. Hinzu kommt, dass uns die Wahrscheinlichkeitsrechnung schwerfällt. Die 50 zu 50 Chance können wir einfach nachvollziehen. Aber wenn es um genauere Risikoabwägung geht, ist ein intuitives Verstehen nicht mehr möglich.

Gleichzeitig bevorzugen wir es „Dinge abzuhaken“. Psychologen nennen das „gedanklich abschließen“. Wir möchten null Risiko. Die Psychologie spricht hier von dem sogenannten „Zero-Risk-Bias“.

Liegt unser Geld also wie oben beschrieben, sicher auf dem Konto ist das Thema erledigt. Bei Anlage bleibt es als Denk-Aufgabe ständig präsent und muss bearbeitet werden.

Doch jedes Risiko verlangt von unserem Gehirn Aufmerksamkeit. Das kostet Energie. Daher versucht es, Risiken zu vermeiden.

Dieses Phänomen nennt man auch „psychologische Verzerrung“. Sie führt nicht selten dazu, dass Versicherungen so viel Geld verdienen und wir Dinge kaufen, die wir nicht benötigen. Wir bevorzugen das schnelle Gefühl der Sicherheit, anstatt die Risiken abzuwägen.

Ein Beispiel:

Sie haben sich am Flughafen einen Mietwagen reserviert und möchten diesen nun abholen. Der Mann hinter dem Schalter der Mietwagenfirma informiert Sie darüber, dass die von Ihnen gewählte Versicherung nicht alle Risiken abdeckt. Gleichzeitig bietet er Ihnen die Lösung an – ein Rundum-Sorglos-Paket gegen einen geringen Aufpreis. Wie würden Sie entscheiden? Werden Sie dem Zero-Risk-Bias unterliegen?

Wir neigen in den meisten Fällen dazu das Problem so schnell wie möglich zu lösen, um uns „sicher“ zu fühlen. Ein logisches oder längeres Abwägen, findet selten statt.

Risiken vermeiden verbirgt risiken

Denkt man genau darüber nach, birgt gerade dieses Verhalten große Risiken. Im Grunde führt die Vermeidung von einem Risiko zu weiteren. Gehen wir an den Anfang und zum Umgang mit dem Geld zurück:

  1. Die eine Gruppe der Menschen erwirtschaftet keine Gewinne und verliert somit Geld.
  2. Die andere Gruppe vertraut den falschen Leuten, die ihnen null Risiko bei Geldanlagen versprechen und verliert dadurch Geld.

Die Tendenz, sich besser zu fühlen mit einem kleinen vermiedenen Risiko birgt die Gefahr, den Blick auf das Gesamtrisiko zu verlieren und somit in die Falle der Null-Risiko-Illusion zu verfallen.

Unsere Lösung bei Yes and Why

Rolf Dobelli zieht in seinem Buch: „Die Kunst des klaren Denkens“ das Fazit, dass man sich von der Null-Risiko-Vorstellung am besten so schnell wie möglich verabschiedet und sich dafür um ein geeignetes Risikomanagement bemüht. Zukunftsorientiertes agiles Risikomanagement ist ein Lösungsansatz, um den Zero-Risk-Bias in einer volatilen Welt im Keim zu ersticken.

Mit verschiedenen agilen Lösungsmethoden im unternehmerischen Risikomanagement ist es möglich, Effektivität und Effizienz der bereits etablierten Instrumente nachhaltig zu verbessern. Dabei gibt es keinen allgemein gültigen Ansatz, um agile Methoden in einem Unternehmen zu installieren. Ganz im Gegenteil. Die Integration möglicher agiler Praktiken im Risikomanagement ist ein individuell fortschreitender Entwicklungsprozess, der stark davon abhängt, inwieweit Agilität im Unternehmen bereits umgesetzt ist und welche strategischen Ziele das Unternehmen verfolgt.

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Topics: management, culture